Jahresbericht 2019

Vorwort

2019 war das vierte Jahr des Bestehens von STELP e. V. — und so ereignisreich wie kein anderes davor.

Unvergesslich wird die erste STELP Spendengala bleiben, die wir im Januar im Kursaal Cannstatt veranstaltet haben. Künstler wie Max Herre, Philipp Poisel, Wolfgang Joop und Tim Bengel unterstützten uns ohne Gage, ebenso wie dutzende ehrenamtliche Helfer*innen, Köch*innen, Techniker*innen und Lieferanten. STELP entstanden an diesem Abend nahezu keine Kosten; wir konnten aber gleichzeitig mehr als 100.000 Euro einnehmen — eine unglaubliche Summe, die uns ermöglicht, das Leid vieler Menschen zu mildern und Leben zu retten. So etwa im Jemen, wo sich seit Jahren eine der größten humanitären Katastrophen der Welt abspielt. Wir betreiben dort seit dem vergangenen Jahr Suppenküchen für über 1.600 Schulkinder. Die regelmäßigen Berichte von Mohammed Baza, unserem Projektleiter vor Ort, über die dramatische Lage in dem Land schockieren uns immer wieder und stimmen uns tief nachdenklich.

 

„STELP hat endlich ein Zuhause!“

 

Ebenso traurig und wütend machen uns die Zustände, die wir im Dezember 2019 bei einem Einsatz in Bosnien vorgefunden haben. In menschenunwürdigen Lagern sind die Geflüchteten dort nicht nur hilflos dem eisigen Winter ausgesetzt, sondern auch den europäischen Grenzbeamten, die nicht selten mit brutaler Gewalt vorgehen.

Trotz der teilweise katastrophalen Zustände in den Krisenregionen dieser Welt war es uns aber auch im letzten Jahr wichtig, unsere Arbeit mit Freude durchzuführen. Besonders leicht ist uns das beim Bau eines Spielplatzes in unserem Dorf für Geflüchtete in der Türkei gefallen. Bei der Kooperation mit dem Spielplatzbauer Kukuk Kultur e. V. wurden wir selbst wieder zu Kindern: Innerhalb von nur sechs Tagen haben wir gemeinsam einen wunderschönen Ort zum Spielen und Toben gebaut, der vielen Kindern Schutz und Ablenkung von der harschen Realität des Alltags bietet. Dieses Projekt erfüllt uns noch heute mit Freude und Stolz.

Stolz und vor allem glücklich macht uns auch ein weiterer Meilenstein des letzten Jahres: Mitten im Stuttgarter Westen haben wir unser erstes Büro bezogen. STELP hat endlich ein Zuhause! Es ist die zentrale Anlaufstelle für unsere Angestellten, Praktikant*innen, Ehrenamtlichen und alle Anderen, die ein gemeinsames Ziel antreibt: Wir wollen eine Welt schaffen, in der alle Menschen — unabhängig von Herkunft, Alter, sexueller Orientierung oder politischer und religiöser Weltanschauung — frei von akuter Not und selbst- bestimmt in Würde und Sicherheit leben und ihre Zukunft aus eigener Kraft nachhaltig gestalten können.

 

„Wir sind selbst ein bisschen erstaunt, dass all das — und noch mehr — in nur einem Jahr passiert sein soll.“

 

Viele weitere Ereignisse, bei denen Freude und Leid oft nahe beieinander lagen, prägten das Jahr 2019. Die Wichtigsten haben wir auf den nächsten Seiten festgehalten. Wir sind selbst ein bisschen erstaunt, dass all das — und noch mehr — in nur einem Jahr passiert sein soll. Trotz vieler einzelner Meilensteine war es wieder einmal eine Konstante, die sich über das ganze Jahr erstreckte und für uns der Grundpfeiler unserer Arbeit und unseres Erfolges war und ist: Die ungebrochene und stetig wachsende Unterstützung so vieler Menschen aus Stuttgart und Umgebung.

Nur durch sie können wir Hilfe in dem Umfang ermöglichen, wie wir sie 2019 wieder einmal unter Beweis stellen konnten. Sei es als Spender*innen, Ehrenamtliche im In- und Ausland, Partner*innen oder Unterstützer*innen aus Wirtschaft und Politik. Nur zusammen können wir auch in Zukunft Projekte planen und verwirklichen, wie wir sie auf den folgenden Seiten vorstellen möchten.

Umso wichtiger wird ein solcher Zusammenhalt in Zeiten, wie sie sich in den letzten Wochen abzeichneten. Mit der rasanten, weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wird humanitäre Hilfe in internationalen Krisenregionen nicht nur zunehmend schwieriger und gefährlicher, sondern vor allem auch dringlicher denn je. Wir wollen auch weiterhin niemanden zurücklassen, auch wenn wir nun einen weiteren Gegner haben, der uns vor neue und nie dagewesene Herausforderungen stellt. Aber wir werden auch diese Aufgabe angehen— mutig, mit vollem Einsatz und vor allem: gemeinsam!

Der Vorstand