Soforthilfe am Mittlemeer

ART DER HILFE
  • Verpflegung
  • Unterstützung
UNTERSTÜTZT DURCH
  • STELP
    IMECE Inisiyatifi
ANZAHL DER UNTERSTÜTZER
50+
STELP HILFT SEIT

2015

Seit dem Frühjahr 2015 unterstützen wir tausende Geflüchtete an der türkischen Westküste in der Nähe von Izmir. Alle unsere Projekte in der Region werden von unserer Außenstelle in Cesme koordiniert. Der Seeweg von hier bis zur Europäischen Union beträgt lediglich sieben bis acht Kilometer. Für unzählige Menschen wurde die kleine Hafenstadt aus diesem Grund zur letzten Station vor der Überfahrt nach Europa. Nicht wenige haben hier die letzten Stunden ihres Lebens verbracht, bevor sie im Mittelmeer ertrunken sind. Während der Kalenderjahre 2015 und 2016 lag unsere Aufgabe in erster Linie darin, die Menschen an der Küste mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Kleidung zu versorgen. Unser größtes Ziel war es, sie davon zu überzeugen nicht auf das Boot zu steigen und damit auf die gefährliche Überfahrt zu verzichten. Leider waren unsere Versuche nur selten erfolgreich. Nach dem Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der türkischen Regierung ist die Anzahl der Versuche, Europa über den Seeweg zu erreichen, schlagartig zurückgegangen. Dies liegt vor allem an der stark erhöhten Präsenz der türkischen Küstenwache. Seitdem konzentrieren wir uns mit unseren lokalen Partnern von IMECE inisyatifi Cesme auf Tausende Menschen, die sich auf Feldern rund um Izmir niedergelassen haben. Es sind Menschen, die oft ohne Strom und fließendem Wasser in selbst zusammengebauten Hütten leben, Menschen, die hunderte Kilometer Syrien aus gelaufen sind und denen die finanziellen Mittel für Schlepper und die teure Überfahrt fehlen.

Trotz des im Jahr 2016 beschlossenen Flüchtlingsabkommens zwischen der EU und der Türkei versuchen immer wieder Geflüchtete mit dem Boot auf die griechische Insel Chios zu gelangen. Die allermeisten von ihnen werden von der Küstenwache auf offenem Meer entdeckt und auf die patrouillierenden Schiffe gebracht. Auf dem Weg zurück zum türkischen Festland werden wir von den türkischen Behörden angerufen. In dem Telefonat wird übermittelt, wie viele Menschen (wie viele davon Kinder, Rentner, Kranke) sich auf dem Boot befinden. Mit dieser Information kaufen wir in kürzester Zeit Lebensmittel ein und fahren in Richtung Militärpolizei wo wir die oft völlig erschöpften, hungrigen und dehydrierten Kinder, Frauen und Männer versorgen.